Die Digitalisierung verändert die Kulturvermittlung. Immer mehr Museen und Gedenkstätten setzen darauf, ihre Ausstellungen digital erleben zu lassen.
Ein aktuelles Beispiel ist die 360°-Aufnahme der Wanderausstellung „frauenHAFT. Sowjetische Repression und DDR-Strafvollzug 1945–1956“ im ehemaligen KZ Sachsenhausen, die wir als 360°-Rundgang digitalisiert haben. Somit ist ein Stück Zeitgeschichte nicht nur vor Ort erlebbar. Diese Ausstellung bleibt auch über ihre physische Dauer hinaus erhalten und ist dauerhaft sowie ortsunabhängig zugänglich.
Warum digitale Ausstellungen so wichtig sind
Wanderausstellungen sind von Natur aus zeitlich begrenzt. Nach einigen Stationen verschwinden die Exponate häufig wieder in Depots oder Archiven. Durch digitale Aufnahmen können Museen und Gedenkstätten diese Inhalte jedoch dauerhaft sichern und online verfügbar machen. So können Menschen auch nach dem Ende der Ausstellung Geschichte digital erleben.
Vorteile digitaler Ausstellungen und 360°-Aufnahmen für Museen und Besucher
Ein 360°-Rundgang eröffnet neue Perspektiven für Museen, Bildungseinrichtungen und Besuchende:
- Dauerhafter Erhalt: Wanderausstellungen sind meist nur zeitlich begrenzt an einzelnen Orten präsent. Durch eine 360°-Aufnahme bleibt die Ausstellung langfristig dokumentiert, ist „konserviert“ und für Forschung, Bildung und Erinnerungskultur verfügbar.
- Zugang für alle: Nicht jeder hat die Möglichkeit, nach Sachsenhausen / Oranienburg zu reisen. Mit dem digitalen Rundgang haben Interessierte weltweit Zugang zur Ausstellung und generell zu historischen Themen.
- Pädagogischer Mehrwert: Schulen, Universitäten und Bildungseinrichtungen können die Ausstellung im Unterricht einsetzen, unabhängig vom Standort.
- Interaktive Erfahrung: Digitale 360°-Formate ermöglichen es, sich frei durch die Räume zu bewegen, Exponate aus der Nähe zu betrachten und zusätzliche Informationen einzubinden – ein Mehrwert, den analoge Ausstellungen nicht in dieser Form bieten.
- Authentisches Erlebnis: Durch die immersive Darstellung entsteht das Gefühl, tatsächlich im Ausstellungsraum zu stehen.
Im Museum zur Geschichte des sowjetischen Speziallagers in der Gedenkstätte Sachsenhausen ist die Wanderausstellung bis zum 7. April 2026 zu sehen.
Virtuelle Museumsrundgänge als Zukunftsmodell
Das Beispiel der Ausstellung „frauenHAFT“ zeigt, wie wertvoll es ist, Ausstellungen digital zu erleben. Virtuelle Museen und Rundgänge schaffen nicht nur Barrierefreiheit und Reichweite, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt kultureller Erinnerung. Wer tiefer eintauchen möchte, kann mit einem virtuellen Museumsrundgang Geschichte unabhängig von Ort und Zeit entdecken. Und für Museen entstehen durch 360°-Touren neue Wege, zukunftsorientiert ihr Wissen zu teilen.
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